Vorteile Genossenschaft

Eine geeignete Rechtform, um die genannten, ideellen Ziele zu verwirklichen, ist die Genossenschaft.  Ein Mehrfamilienhaus in genossenschaftlichem Eigentum bietet für die Bewohner (und die Kommune) langfristig die meisten Vorteile gegenüber konventionellen Eigentumswohnungen:

 

Gelebte Demokratie

Mietergenossenschaften sind geprägt von den Leitgedanken der Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung. Die Unternehmensform ist sehr demokratisch, denn jedes Mitglied hat ungeachtet seiner Wohnungsgröße und des eingebrachten Kapitals genau eine Stimme in der Generalversammlung.

 

Beschränkte Haftung

Das Eigenkapital wird über flächenbezogene Pflichtanteile zusammengetragen, für  das Wohnprojekt Bergern voraussichtlich 400,- €/m² Wohnfläche, siehe Abschnitt Finanzierung. Die Haftung eines jeden Mitglieds ist auf diese Anteile begrenzt, da die Genossenschaft zur Bank geht und den Kredit beantragt. Dieser Bankkredit wird über die folgenden 30 Jahre von den Bewohn gemeinsam über die Nutzungsentgelte (Miete) zurückgezahlt.

 

Faire Mieten

Der große Vorteil des Genossenschaftsprinzips gegenüber einem privaten Investor sind die stabilen, rein kostendeckenden Mieten, die sogenannten „Nutzungentgelte“. Deren Höhe richtet sich primär nach den tatsächlich anfallenden Kosten für Grundstückskauf und Hausbau. Je nach gewähltem Wohnstandard fallen eure Baukosten geringer oder höher aus. Entsprechend muss der Bankkredit gewählt werden, dessen Höhe sich wiederum im monatlichen Kapitaldienst niederschlägt.

Der Großteil der späteren Miete dient zur Deckung des Kapitaldienstes. Hinzu kommen laufende Ausgaben für die Verwaltung, eine Instandsetzungsrücklage und gemeinsame Nebenkosten. Je nach eurem Engagement können hier weitere Kosten gespart werden.

 

Niedrige Einstiegshürde

Dank beschränkter Haftung und rein kostendeckender Miete bietet die Genossenschaft ihren Mitgliedern eine moderate Einstiegshürde verglichen mit einer Wohnungseigentümergemeinschaft, wo jede Baupartei ihre Wohnung selbst finanzieren muss.

Somit stehen beim Gruppenaufbau und Bewohnerwechsel die menschlichen Aspekte im Vordergrund und nicht die persönliche Finanzkraft – Voraussetzung für eine langfristig solidarische Nachbarschaft.

 

Selbstbestimmung

Das genossenschaftliche Wohnen ist demnach eine Mischform zwischen Miete und Eigentum. Einerseits genießt jeder Bewohner ein hohes Maß an Selbstbestimmung wie ein privater Eigentümer. Denn während der Projektentwicklung und auch nach Einzug lenken die Mitglieder gemeinsam die Geschicke ihres Wohnprojektes.

 

Flexibilität

Andererseits genießt jede Bewohnerin die Flexibilität einer normalen Mieterin und kann ihre Wohnung  jederzeit innerhalb von 3 Monaten kündigen. Die persönlichen Genossenschaftsanteile werden nach der festgelegten Frist zu 100% zurückgezahlt, siehe Abschnitt Finanzierung.

 

Altersvorsorge

Jedes Genossenschaftsmitglied erwirbt ein lebenslanges Nutzungsrecht an seiner Wohnung, welches sogar an die Nachkommen vererbt werden kann. Und wenn der Bankkredit nach 30 Jahren abbezahlt ist, können die Mitglieder gemeinsam entscheiden, wie sie die frei werdenen finanziellen Mittel verwenden wollen. Die Genossenschaft kann zum Beispile weitere Grundstücke erwerben, in neue Bau- oder Sanierungsmaßnahmen investieren oder einfach die Miete für ihre Mitglieder senken.